Integrierter Zwischenbericht 2018 – Auf in eine neue Zeit!

Positive Rahmenbedingungen

Deutscher Güterverkehrsmarkt wächst weiter

Der Gesamtmarkt im Güterverkehr wuchs zu Beginn des Jahres 2018 nach internen Berechnungen deutlich:

  • Insgesamt anhaltend positive Konjunkturimpulse aus Handel und Binnennachfrage.
  • Trotz bestehender Kapazitätsschwierigkeiten und Kosten­­steigerungen ist der Preis- und Wettbewerbsdruck weiter hoch. Bedeutung von Personalengpässen nimmt zu.
  • Nicht konjunkturbedingte Sondereffekte wie reduzierte Kohletransporte infolge einer fortschreitenden Energiewende oder Qualitätseinbußen dämpfen die Entwicklung vor allem im Schienengüterverkehr.
  • Nach einem deutlichen Leistungseinbruch zu Beginn des Vorjahres ist die Binnenschifffahrt 2018 stark gestartet. Für die Folgemonate gehen wir von einer spürbaren Ab­­schwächung aus. Dazu trugen auch umfangreiche Wartungs-, Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten an Schleusen wichtiger Wasserstraßen sowie Beeinträch­tigungen durch Niedrigwasser in einigen Regionen bei.

Schiene mit unterdurchschnittlicher Entwicklung

  • Zur Leistungsentwicklung des Schienengüterverkehrsmarktes in den ersten Monaten 2018 kann aufgrund noch ausstehender Veröffentlichungen noch keine quantifizierte Aussage getroffen werden.
  • Bei DB Cargo ging die Verkehrsleistung deutlich zurück. Neben teilweise verhaltenen Impulsen aus den einzel­­nen Branchen wie zum Beispiel der moderaten Entwicklung der Stahlproduktion oder den aktuellen Problemen in der Automobilindustrie wirken sich auch weiterhin die Portfolioanpassungen der Energieerzeuger durch die Schließung von Kohlekraftwerken beziehungsweise die Umstellung von Kohle auf Gas negativ aus. Darüber hinaus belasten auch intra- und intermodale Verkehrs­verlagerungen.
  • Für die konzernexternen Bahnen gehen wir von einer an­­­­haltend positiven, überdurchschnittlichen Entwicklung aus. Neben insgesamt kräftigen Konjunkturimpul­­sen stützt sich die Annahme auf Verkehrsverlagerun­­gen von DB Cargo und einen Effekt infolge der Er­weiterung des Berichtskreises in der offiziellen Überarbeitung der Schienengüterverkehrsstatistik.

Straße mit stabilem Wachstum

  • Gestützt auf kräftige Impulse aus der Baubranche, den Außenhandel und eine positive Konsumstimmung lag der Verkehrsleistungsanstieg bis Mai 2018 nach eigenen Berechnungen auf dem Niveau von 2017.
  • Gemäß der Mautstatistik des Bundesamtes für Güterverkehr konnten die in Deutschland zugelassenen Lkw bei der Fahrleistung annähernd das Vorjahresniveau halten, während Lkw aus dem Ausland (insbesondere Mittel- und Osteuropa) erneut ein starkes Wachstum verzeichneten.
  • Gekennzeichnet ist der Markt durch eine Verknappung der Laderaumkapazitäten und steigende Kosten insbesondere bei Kraftstoff und Personal.

Europäischer Schienengüterverkehrsmarkt über Vorjahresniveau

Die positive Entwicklung der Verkehrsleistung im europäischen Schienengüterverkehr (EU 28, Schweiz und Norwe­­gen) im Jahr 2017 dürfte sich zum Jahresauftakt 2018 fortgesetzt haben, wobei vor allem die Märkte in Polen und Schweden zulegten. Gestützt wurde die Entwicklung durch die kräftige Investitionsgüternachfrage und einen dynamischen europäischen Handel. Positive Impulse kommen vor allem aus den Verkehren über die Nordseehäfen Antwerpen, Rotterdam und Hamburg. Während der Kombinierte Verkehr unverändert Wachstumsträger des Schienengüterverkehrs ist, wirkt die anhaltende rückläufige Entwicklung bei Kohle­transporten belastend.

  • Die Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs in Großbritannien ging im ersten Quartal 2018 deutlich zurück. Hiervon waren alle Güterbereiche betroffen, wobei sich der Rückgang der Kohleverkehre verlangsamt fortsetzte. DB Cargo UK entwickelte sich ebenfalls rückläufig, die führende Marktposition konnte behauptet werden.
  • Die Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs in Polen stieg im ersten Quartal 2018 erneut sehr kräftig. Die positive Entwicklung wurde gestützt durch eine Zunahme der Stahl-, Baustoff- und Intermodalverkehre. DB Cargo Polska verzeichnete ebenfalls ein dynamisches Wachstum, vor allem bei den Intermodal- und Stahlverkehren.
  • Wir erwarten, dass die Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs in Frankreich im ersten Halbjahr 2018 infolge der massiven Streiks bei der SNCF im Zusammenhang mit der französischen Bahnreform deutlich zurückgegangen ist. Auch die Euro Cargo Rail (ECR) war davon stark betroffen.

Europäischer Landverkehr wächst

Im ersten Halbjahr 2018 entwickelte sich die Nachfrage im europäischen Landverkehr weiter positiv – die Sendungszahlen stiegen erneut.

2018 ist eine europaweite Preissteigerung zu beobach­­ten. Weiter bestehende Fahrer- und Kapazitätsengpässe sowie ein wieder steigender Dieselpreis führten zu einem unverändert hohen Margendruck, der im weiteren Jahresverlauf noch zunehmen könnte.

Luftfracht mit starkem Wachstum

Vor allem getrieben durch eine zunehmende Transportnachfrage nach Maschinen- und Automobilzulieferteilen, Che­­mie, verderblichen Gütern und E-Commerce verzeichnete der globale Luftfrachtmarkt im ersten Halbjahr 2018 eine positive Entwicklung.

Treiber dieser Entwicklung sind die Volumen aus Nordamerika nach Europa und Asien/Pazifik sowie die Handelsrouten Asien/Pazifik – Europa. Wegen einer zunehmenden Frachtraumverknappung bewegten sich die Luftfrachtraten seit Jahresbeginn konstant auf einem hohen Niveau.

Seefracht legt weiterhin zu

Im ersten Halbjahr 2018 verzeichnete die globale Seefracht getrieben durch eine steigende Transportnachfrage nach Rohstoffen, Konsumgütern und Chemie insbesondere auf den Handelsrouten innerhalb Asiens sowie von Asien in andere Regionen eine positive Entwicklung.

Tendenziell verbesserte Kapazitätsauslastungen führen zu einer Erholung der Frachtraten. Die vertikale Integration und Konsolidierung von Reedereien hält an.

Kontraktlogistik anhaltend dynamisch

Der globale Markt für Kontraktlogistik war wie in den Vorjahren weiterhin von einem dynamischen Wachstum ge­­kennzeichnet. Überdurchschnittliches Wachstum wies die Region Asien/Pazifik auf. Die größten Impulse kamen aus der Industrie-, Elektronik-, Automobil- und Konsumgüterindustrie. Insbesondere in den USA trieb zudem das weiter stark wachsende E-Commerce-Geschäft die positive Entwicklung.